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Liebst Du es zu erfahren, was Menschen bewegt? Wie sie mit Krisen umgehen, sich wieder aufrappeln, was sie antreibt, was sie tief im Herzen bewegt und berührt, wonach sie sich sehnen …

Schon als Kind hing ich an den Lippen meines Großonkels, der im 2.Weltkrieg an so vielen Orten stationiert war, über manches nicht sprechen wollte und konnte. Dann leuchteten seine Augen, wenn er von den schönen Erlebnissen in Trondheim/ Norwegen erzählte, mir Fotos zeigte. Ich konnte nie genug bekommen. Wollte alles wissen. Es immer wieder hören und hoffte natürlich, dass er noch mehr Geheimnisse preisgab. Meine Familie ist voll davon.

Ein Teil in mir dachte immer, dass die Erkenntnisse der Älteren aus ihren gemachten Fehlern mich vor eigenem Leid bewahren würden. Rückblickend sind viele eigene Werte daraus erwachsen.  Aber vor Liebeskummer, Enttäuschungen und falschen Entscheidungen konnten sie mich nicht bewahren. Das war kindliche Naivität. Aber …, es gehört dazu.

Trotzdem haben sie mich nicht davon abgehalten, weiterhin Autobiografien zu lesen und zu hören, was Menschen erleben, woher sie ihren Mut nehmen, von vorn anzufangen etc. Wenn ich jetzt das Wort Resilienz gebrauche, dann fühlen sich solche Lebensgeschichten für mich an, wie Buchstützen in einem Bücherregal. Sie geben mir Halt, Orientierung und lassen das Gefühl entstehen, nicht allein zu sein. Im Vertrauen zu bleiben usw.

Von so einem Buch möchte ich euch heute berichten.
 

Buchvorstellung

„Sag immer deine Wahrheit – Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben“

von Benjamin Ferencz, erschienen 2020 im Heyne Verlag

buchcover ferencz heyne verlag 978 3 453 21808 6 156x250pxMit freundlicher Genehmigung des Heyne Verlages.

 
Benjamin Ferencz ist am 11.März 2022 - 102 Jahre alt geworden. Unglaublich. Jeden Morgen vollzieht er ein Fitnessprogramm, durfte fast 80 Jahre mit seiner Frau das Leben teilen, hat vier Kinder, die seit Jahren selbst im „Ruhestand“ sind, ist immer noch geistig hellwach und neugierig geblieben.

Und „zufällig“ an seinem Geburtstag begann ich das Buch zu lesen, förmlich zu verschlingen.

Benjamin F. war als Jurist u.a. Chefankläger bei den Nürnberger Prozessen. Hatte direkt nach Kriegsende einige Konzentrationslager aufgesucht, Daten gesichert und musste sich mit  dem, wo mir die Worte fehlen,  auseinandersetzen. Er schaffte es während der schweren Verhandlungen, mit Kameraden abends einen Kasten Bier zu organisieren (war wohl unter der Besatzung schwierig) und einfach Spaß zu haben. Makaber, oder genau stimmig? Kürzlich hörte ich von zwei Holocaust-Überlebenden, wie sie sich durch Erinnerungen an Schönes oder Vorstellungen, Träumereien … sich selbst gestärkt haben, das absolut Unmenschliche zu überleben.

Wenn Benjamin F. gefragt wurde, wie er den Krieg überlebt habe, sagt er oft scherzhaft, dass die Kugeln bei seinen knappen 150 cm Körpergröße einfach über ihn hinwegflogen. Auch zu lesen, was er alles unternahm, um endlich beim Militär aufgenommen zu werden ist schon sehr amüsant.

Oder wie er es als Sohn einer ungarisch jüdischen Einwandererfamilie in New York schaffte, sich im wahrsten Sinne aus der Armut zu einem Studium durchzukämpfen. Welche innere Einstellung ihn unterstützte, wie das Glück mithalf und wie das Leben echt Schicksal spielen kann. Ein wirklich volles pralles Leben, dass hier von einer Journalistin aus einem Gespräch mit Benjamin aufgeschrieben wurde. Wirklich beachtlich, erfrischend und lesenswert.

 

Was hat mich selbst so berührt an diesem Buch?

Ich möchte euch an ein paar Weisheiten von Benjamin teilhaben lassen:

  • Sich jeden Tag über etwas freuen, hält uns am Leben (Dankbarkeit)
  • Glaube an das, was du tust und sei überzeugt davon, dann kann dir niemand Angst einjagen
  • Angst hat nur negative Macht über uns, wenn wir sie zulassen
  • Versuche einfach, trotz Frust und Ärger zu lachen, wenn es geht
  • Höre auf zu jammern, das ist Zeitverschwendung
  • Höre auf, dich von den Großen einschüchtern zu lassen, lasse dich eher von ihrer Größe inspirieren
  • Sich in Sicherheit wiegen kann uns träge machen
  • Bitte werde nicht zu dem, was oder wen du verabscheust
  • … und so vieles mehr

 

Fazit

Es fühlt sich für mich an, als hätte mir mein Großonkel eine Liste von Werten, Tugenden und Lebensprinzipien an die Hand gegeben. Vielleicht sind ein paar für euch ein Impuls, das eine oder andere zu überdenken, zu hinterfragen oder sich neu auszurichten.
Vor allem nicht zu zögern, wenn wir im Innern längst spüren, dass das Neue schon anklopft. Das, worunter wir leiden, ist doch oft das Festhalten an dem Vertrauten, die Angst vor Neuem, das Ungewisse. Wie sagte Benjamin:
Sicherheit kann träge machen. Trauen wir uns, und tun wir einfach das Richtige.“

Das Buch bestärkt mich in dem Impuls, dass es richtig und wichtig ist, den Blick auf das Positive zu stärken und zu nähren, um genau in Krisenzeiten ein stabiles Fundament zu haben, was uns liebevoll hält und trägt.

 

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