Auf dem Wasser ruhen - Morgens am Seerosenteich
Die Hitze legt sich über alles wie ein stiller Raum. Sie nimmt uns aktuell das Tempo, ob wir wollen oder nicht. Und vielleicht ist das gar kein Verlust.
Schau auf den Teich. Die Seerosenblätter liegen still auf dem dunklen Wasser, jedes für sich, und tragen, was der Morgen ihnen gelassen hat – Tropfen, rund und klar, die nicht versickern und nicht zerfließen. Das Blatt hält sie einfach, ohne Mühe, ohne etwas mit ihnen machen zu müssen. Es ruht auf dem Wasser und lässt die Tropfen auf sich selbst ruhen.
Sie denken nicht über die Temperaturen nach, die dem Tag bevorstehen. Sie tragen, was gerade da ist, und vielleicht sollte ich das Denken ans Wasser abgeben.
Unter der Oberfläche ahnt man eine Tiefe, dunkel und kühl, und irgendwo darin ein Schimmern von Rot. Das Leben geht weiter, auch wenn oben alles innehält. Es muss nicht von uns bewegt werden.
Wenn die Hitze dich heute langsam macht, dann widersteh ihr nicht. Setz dich, wie das Blatt sich aufs Wasser setzt. Halte, was da ist. Und spür, wie es ist, getragen zu werden, statt zu tragen.
Beatrice
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